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Interview mit Ulrich Kuehnel

Im September 2005 führte Saitenforum.de folgendes E-Mail-Interview mit Ulrich Kühnel, dem Becker-Besaiter und Erfinder der Besaitungsmethode IPDS.

Herr Kühnel, bekannt geworden sind Sie als persönlicher Besaiter und Wegbegleiter von Boris Becker. Bitte erzählen Sie uns, wie der Kontakt und die weitere Zusammenarbeit mit Boris Becker zustande gekommen war.

Ulrich Kuehnel

Ich habe Boris Becker 1983 bei einem Challenger in Gelsenkirchen kennen gelernt. Er hat zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal den Vorläufer meiner Besaitungsmethode IPDS by Xception während eines Turniers gespielt. Zu der Zeit hatte ich 3 Tennisfachgeschäfte im Ruhrgebiet und habe in Essen Bauingenieurwissenschaften studiert.
Als dann Wimbledon 1985 vor der Tür stand, habe ich mir für mein Geschäft gewünscht, dass er es nun endlich mal schaffen sollte, um dem deutschen Tennis einen Schub zu verleihen. So ist es dann ja auch geschehen.
Während der übertragung des Endspiels saß ich mit Kommilitonen zusammen bei einem Bier bei mir zuhause und sagte so in die Runde: "Nächstes Jahr betreue ich Boris Becker in Wimbledon!" Wir hatten kühles Bier und die Füße in kaltem Wasser, da es ja bekanntlich an diesem Tag sehr heiß war. Ich hatte die Lacher auf meiner Seite.
Gesagt, getan. Nach dem Turnier rief ich meinen Saitenlieferanten, mit dem ich zu dieser Zeit den besten Umsatz machte, an und sagte ihm, ob er nicht Interesse an einer Kooperation mit Boris Becker hätte. Er liefere die Saiten, ich repräsentiere seine Company, führe den Service an den Rackets bei Boris Becker durch und wir alle hätten etwas davon. Sein Ego brauchte nicht lange überzeugt zu werden. Jeder wollte zu diesem Zeitpunkt auf den Zug Boris Becker aufspringen.
Ich nahm also Kontakt zu Ion Tiriac auf und verabredete ein Gespräch bei einem der folgenden Turniere. In diesem Fall fand das Treffen in Antwerpen statt. Eindrucksvoll und pragmatisch war dieses Gespräch. Ion Tiriac fragte kurz und trocken die Umsatzzahlen des Unternehmens und die Seriosität ab, rechnete aus, ob seine Vorstellungen damit zufrieden gestellt werden könnten und wir verabredeten uns für ein weiteres Gespräch. Ich war mir sicher, dass wenn ich meine Besaitungsmethode am Racket von Boris Becker vorstellen kann, werden wir den Vertrag unterzeichnen. Dass daraus eine 14jährige Kooperation werden konnte, hätte ich mir nie gedacht.
Im Januar 1986 trafen wir uns in Monte Carlo. Zum ersten Mal stellte ich nun auch meinen Service in Verbindung mit einem Training vor. Alle waren mehr als zufrieden, der Vertrag wurde besprochen und wir kamen zu einer Einigung. Zur Unterzeichnung in Paris 1986 stand nichts mehr im Weg. Mein Einsatz sollte in Monte Carlo beim Turnier beginnen. Und so geschah es auch.
Aus dieser Verbindung ging dann auch ein Engagement für Ion Tiriac hervor. Ich baute sein Deutschlandbüro mit auf, entwarf das Turnier "Stuttgart Classic" und vermarktete im Auftrag des DTB für Ion Tiriac alle Heimspiele der Davis Cup Mannschaft.

Hat Herr Becker im Laufe seiner Karriere an seiner Besaitung experimentiert oder etwas geändert?
Da wir permanent seine Rackets an die jede Woche unterschiedlichen Platz-, Ball- und Umweltbedingungen anpassen und optimieren wollten, musste auch permanent am Besaitungsergebnis gearbeitet werden. Je weiter fortgeschritten wir waren, desto geringer wurden die änderungen. Er hat als erster das Besaitungssystem IPDS by Xception unter den extremsten Bedingungen getestet für gut befunden, und täglich wurde es durch neue Parameter optimiert und die Besaitungen wurden an die Umweltbedingungen und sein Spiel adaptiert.

Welche Saite(n) benutzte Boris Becker während seiner Profi-Laufbahn?
Ausschließlich Saiten der Firma Babolat. Wir haben Saitenstärken 1.25, 1.27 und 1.30 mm verwendet. Es waren nicht plastifizierte Saiten (letzte Qualitätskontrolle durch mich mit einer Mikrometerschraube, von 100 kamen nur 60 zum Einsatz). Auf Asche auch z.T. plastifiziert in der Stärke 1.27 und 1.30 mm. Alle Saiten waren Spezialanfertigungen.

Nach seinem Puma-Schläger spielte Boris Becker ein Estusa-Modell. Oder war das ein so genannter "Paintjob"?
Der Estusa Schläger wurde wirklich gespielt, aber nur für ca. 4 Monate.

Welche Firma produzierte danach seinen Schläger? War es eine Sonderanfertigung?
Es war eine Sonderanfertigung. Produziert wurde das Racket nach meinen Spezifikationen und Anleitungen bei der Firma Head. Wir haben 500 Rackets nur für Boris Becker anfertigen lassen, von denen heute noch einige in seinem Besitz sein müssten.

Besaiten Sie heute immer noch die Schläger von Herrn Becker?
Nein.

Boris Becker beim Racketwechsel US Open - Bild: Paul Zimmer
Boris Becker beim Racketwechsel US Open - Bild: Paul Zimmer

Wofür steht die Abkürzung IPDS? Was sind die Besonderheiten dieser Methode?
IPDS steht für Integrated Progressive Dynamic Stringing. übersetzt heißt sie "Einheitliches, fortschrittliches, kräftespielendes Besaiten". Dahinter verbirgt sich die innovative, technisch und physikalisch exakt definierte Besaitungsmethode für Tennisschläger, die von mir entwickelt wurde.
Die Methode ist so individuell wie die Anforderungen des Spielers. Noch in den 80er Jahren wurde der Markt von Holzschlägern bestimmt, die in Größe und Schlagfläche und damit auch hinsichtlich der Saiten überwiegend genormt waren. Dann kamen die ersten Kunststoff-Schläger auf den Markt. Durch den Trend zu Oversize-Schlägern war die herkömmliche manuelle Methode nicht differenzierbar genug, um Rackets optimal zu bespannen.
Für die perfekte Betreuung meiner Spieler suchte ich nach Parametern wie z.B. Rahmengröße, Rahmensteifigkeit, Spielanforderungen und die Anzahl der Saiten, um den Saitentyp und die Flächenhärte individuell zu optimieren. Nur durch diese mathematisch analytische Vorgehensweise konnte ich Hochleistungssportlern die optimalen Rackets zur Verfügung stellen.
Aus diesen ermittelten Parametern entwickelte ich 1990 mit IPDS die innovative Methode zum individuellen Besaiten von Tennisschlägern, die jeder Hobbyspieler ab sofort für seinen Schläger nutzen kann.

Diese Frage wurde Ihnen womöglich schon öfter gestellt: Gleicht sich die unterschiedliche Spannung der benachbarten Saiten nicht nach ein paar harten Schlägen aus?
Nein.

Wieso nicht? Die Saiten sind ja nicht einzeln am Rahmen befestigt.
Die Abminderung im Längssaitenbereich kann schrittweise um 1 bis 1,5 kp pro Saite runter gehen. Die Saite ist zweimal um 90 Grad zur nächsten Saite im ösenband eingebettet. Der Reibungskoeffizient und das Kriechspannungsverhältnis der Saite lassen die einzelnen stabil. Zur Quersaite sind Abminderungen zwischen 5 bis 7,5 kp möglich. Auch hier gilt das gleiche. Hier ist eine Saite verknotet und die andere erste Saite wird dementsprechend verarbeitet.

Inverseur der Firma Tennis Associates
Inverseur der Firma Tennis Associates

Sie verwenden für die Quersaiten stets einen Inverseur, um die Reibungsverluste zu eliminieren. Welchen Inverseur verwenden Sie (Hersteller)? Haben Sie verschiedene Modelle für verschiedene Saitenabstände?
Der Hersteller war Tennis Associates (USA), die auch die Besaitungsmaschine True Tension 1980 hergestellt haben. Logischer Weise berücksichtigen meine Inverseure unterschiedliche Saitenabstände. Unterschiedliche Längs- und Quersaitenanzahlen haben wesentlichen Anteil an der Effizienz des fertigen Saitenbettes und somit auch an der Berechnung des Ergebnisses. Ich habe also unterschiedliche Inverseure für unterschiedliche Saitenabstände. Kein Racket sollte heute noch ohne Inverseur besaitet werden!

Sie schreiben "Der Hersteller war". Sind diese Inverseure heute noch erhältlich?
Im Moment sind sie nicht käuflich zu erwerben. Ich bin dabei die Modelle zu optimieren und dann produzieren zu lassen.

Bitte erzählen Sie uns über Ihre neueste Entwicklung, "IPDS by Xception".
IPDS by Xception wird sich in Zukunft noch mehr dem Racketmanagement widmen. Die heute angebotenen Schläger sind in den meisten aller Fälle, so von der Stange, gar nicht zu gebrauchen. Die Professionalität bei den Racketcompanies ist der Fluktuation völlig zum Opfer gefallen. Ich wähle also die möglichen und in Frage kommenden Rackets der Firmen für den individuellen Tennisspieler aus und optimiere sie dann in der Länge, dem Gewicht und der Balance. Verbunden mit meinem Besaitungssystem IPDS by Xception erhalte ich einen perfekten Schläger.

Wie modifizieren Sie die Länge eines Schlägers?
Kürzen, in dem ich den Schläger absäge, Verlängern nur bis zu 5 mm möglich durch spezielle Verarbeitung. Oder längere Rackets produzieren lassen, um sie dann auf die gewünschte Länge zu kürzen.

Wird der Besaiter bei "IPDS by Xception" visuell durch den Besaitungsvorgang geführt? Können Sie einen Beispiel-"Screenshot" zeigen?
Das ist der Touchscreen an der Besaitungsmaschine, der den Besaiter durch den Arbeitsprozess führt. In diesem Fall wird die Saite 4 von unten nach oben gespannt (4LT zu 4LH, d.h. vierte Saite links unten nach links oben). Des Weiteren sieht man im unteren weißen Feld den Auftrag, den Kunden und das dazugehörige Racket. Als letzte Zeile sieht man die Zugkraft, die nach dem Zugvorgang der tatsächlich gemessenen Kraft an der Saite entspricht (MS = Main String = Längssaite = in diesem Fall 278 Newton bei einer Vorspannung von 50 Newton, was 27,8 kp und 5 kp entspricht).

Wenn der Besaiter einen Fehler macht, wird das vom System automatisch erkannt? Oder was passiert dann?
Der Besaiter kann keinen Fehler machen. Die Menüführung lässt das nicht zu. Der Computer denkt und lenkt.

Der Besaiter könnte doch z.B. unaufmerksam sein oder beim Knoten viel Spannung verlieren oder die Zangen zu eng einstellen etc.?
Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen. Ich gehe von einem Benutzer aus, der die Grundlagen des Besaitens verinnerlicht hat und die Stufe des Schwarzbespanners lange verlassen hat. Das Einmaleins des Besaitens setze ich voraus.

Screenshot der Xception-Anzeige während des Besaitens
Screenshot der Xception-Anzeige während des Besaitens

Zu welchem Preis bieten Sie eine Bespannung mit "IPDS by Xception" an?
Xception Saite: 59,00 € inkl.
Naturdarm: 79,00 € inkl.

Diese Preise werden sich gerade die jüngeren Spieler (Schüler, Studenten) nicht leisten können. Richtet sich IPDS by Xception demnach mehr an die berufstätigen Tennisspieler?
World of Xception hat für Frequent Player ein Bonusprogramm. 10 Besaitungen 350,00 € und auch das Racketmanagement wird reduziert berechnet. Bedingungen: Bezahlung bei Bestellung, Abruf innerhalb von 6 Monaten, Leistung innerhalb von 24 Std. Voraussetzung: Premium Member.

Xception Besaitungsstation
Besaitungsautomat Xception

Wie viele Ihrer Besaitungsstationen sind zur Zeit weltweit im Einsatz?
4, heute ist eine Bestellung aus Japan eingetroffen und der chinesische Markt ist kurz vor der Erschließung.

Laut ISPO2000-Ausgabe der SAZ planten Sie bis Ende 2004 insgesamt 1200 Standorte für die Besaitungsstationen zu erschließen. Woran liegt Ihrer Meinung nach die bisher geringe Akzeptanz? Wie hoch sind die notwendigen Investitionen seitens der Partner?
Es gibt keine geringe Akzeptanz. Es liegt in dem Zusammenbruch des Tennis im Jahr 2000 und dem damit einhergegangenen Einbruch gesamtwirtschaftlich gesehen. Ich habe bis einschließlich Mitte 2004 die Geschäfte in fremde Hände gelegt und kümmere mich erst seit Mitte 2004 wieder darum. Den Sportfachhandel gibt es nicht mehr und es heißt nun neue Formate für den Endverbraucher zu finden. Der jetzige Preis für die Maschine wird in Kürze neu definiert und dann der öffentlichkeit bekannt gegeben.

Mit "Sportfachhandel" meinen Sie, es gibt keine auf Tennis spezialisierten Fachgeschäfte mehr?
Von Tennis allein kann keiner leben. Tennis Pro Shops können die Preise der Schecks, Vosswinkels und Versender bei Rackets nicht mitgehen. Durch die Globalisierung und das Internet weiß jeder, wie er günstig an seinen gewünschten Schläger kommen kann. Nur die gute Besaitung IPDS by Xception muss im Servicepoint ausgeführt werden. Wir haben heute den Pro Shop "Bike", die Pro Abteilungen Ski und die Profi Lauf Shops. Der Kleine ist tot. Viele meiner Kollegen von vor 20 Jahren haben Ihre Geschäfte aufgegeben. Sport Entress Stuttgart, Mauritz und Stuhldreier. Die eben genannten Großen müssen Tennis noch anbieten, weil der Kunde sowieso in den Laden fällt. Wenn diese Unternehmen, wie jetzt Scheck in München, Tennis als Kompetenzcenter mit Kompetenz anbieten, dann kommen sie in die Gewinnzone.

Zusammen mit Ihrer Besaitungsstation bieten Sie auch eine kleine Auswahl an Tennissaiten unter Ihrer eigenen Marke an. Für welche Saitentypen bzw. welchen Hersteller haben Sie sich entschieden und warum?
Der Hersteller ist die Firma TOA in Japan. Es handelt sich bei allen 5 Modellen um multifile synthetische Saiten. Die Xception Saiten werden vor Ort noch durch ein von mir entwickeltes Verfahren verfeinert (Ozonbehandlung) und für den späteren Einsatz optimiert. Sie zeichnen sich durch ihre brillante Elastizität bei optimaler Nutzung aus.

Das hört sich interessant an. Können Sie die Nachbehandlung der Saiten genauer beschreiben? Welchen Effekt hat das sehr reaktive Ozon auf die Beschichtung der Saiten?
Etwas sollte auch noch geheim bleiben! Der Effekt ist die Vorwegnahme einer unendlichen Relaxation (Nachlassen eines Spannungszustandes nach Aufbringen einer Kraft) und so eine Stabilisierung des Materials.

Welche ist die akkurateste Methode, den Spannungsverlust einer Besaitung zu verfolgen?
Mit den DT Messgeräten der Firma BEER aus der Schweiz. Das geschulte menschliche Ohr. Der Klang des Saitenbetts verrät die Qualität.

Warum warnen Sie auf Ihrer Internetseite vor "Schwarzbespannern"?
Zu erst möchte ich den Begriff "Schwarzbespanner" definieren. Unter Schwarzbespannern verstehe ich das Klientel an Menschen, die mit einer minderwertigen Bespannmaschine, minderwertigen Saiten, ja völlig unbrauchbaren Saiten, mit Unwissen glauben, anderen Menschen die Gesundheit und den Spaß am Tennis nehmen zu müssen, indem sie Tennisschläger mit einem Saitenmaterial zusammenbringen und dafür auch noch Geld verlangen. Solange diese Bespanner nur ihren Eigenbedarf decken würden, wäre es ja zu akzeptieren. Sie würden in diesem Fall dann nur die eigene Gesundheit ruinieren. Leider sieht es in der Regel anders aus. Dazu nehmen sie den noch vorhandenen Sportgeschäften den Umsatz und ....
Geben Sie Ihren Wagen zu einem nicht autorisierten Fachhändler und lassen sich die Bremsen erneuern? Ich nicht!

Dann fallen die Besucher des Saitenforums also nicht unter Ihre Definition? Schließlich sind alle Forumsteilnehmer bestrebt, ihr Wissen über Saiten und Besaitung zu verbessern und auszutauschen, um dadurch einen optimalen Service anbieten zu können.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihre Besucher keine "Schwarzbespanner" wären. Ein Forum zu besuchen heißt ja nicht, dass ich die Messages verstanden habe und auch verinnerlicht. Das ist auch der Grund, warum ich Ihnen hier mein Wissen zur Verfügung stelle und Ihnen und dem Forum zur Verfügung stehe. Ich bin niemals gegen etwas, sondern immer für etwas. Also wäre es toll, wenn wir von "Besaitern" Ihres Forums sprechen könnten und die kommende Resonanz müsste Sie dann erdrücken.
Wir sollten gemeinsam Ihren Mitgliedern die Möglichkeit einräumen, sich in einem Wochenendseminar zum Besaiter ausbilden zu lassen. Denken Sie bitte einmal darüber nach.

Bedeutet das, dass wir Sie demnächst auch als neues Forumsmitglied im Diskussionsforum begrüßen dürfen?
Ich stelle Ihrem Forum gerne meine Erfahrungen zur Verfügung. Ich trete auch Ihrem Forum gerne bei. Die Voraussetzung ist aber, dass ich immer gegen Schwarzbespanner sein werde. Die Wandlung zum Besaiter übernehme ich gerne.

Wenn man seinen Schläger in ein Fachgeschäft bringt, trifft man leider auch nicht immer auf einen Besaitungsexperten. Diese Besaiter sind oftmals in Eile und nehmen sich nicht genügend Zeit für eine sorgfältige Besaitung. Liefert "IPDS by Xception" stets gleiche Resultate, unabhängig von der Person, die dieses System bedient?
Das Besaitungsergebnis wird vor Beginn festgelegt und dann abgearbeitet. Die Prüfung findet dann am fertigen Racket statt. Unabhängig von der Person ist das Ergebnis das gleiche.
P.S.: Ich vermute es gibt in Deutschland weniger als 10 gute, professionelle Besaiter, die auch wirklich wissen, was sie tun.

Müßte das Problem dann nicht eher an der Wurzel gepackt werden, sprich bessere Ausbildung für die Besaiter statt einem Computer, der ihnen das Denken abnimmt? Die Investitionen hierfür wären doch gemessen an Ihrer Besaitungsstation relativ gering.
Völlig richtig. Ich kann aber mit dem Computer alles Wissen zur Verfügung stellen, und die Ausbildung an der Maschine anbieten. Das Problem müsste explizit von der Racket- und Saitenindustrie behoben werden. Aber diese ist nicht bereit dazu. Früher, in der Zeit 1978 bis 1985, bot Babolat regelmäßig Schulungen für den Sportfachhandel an. Heute gibt es keinen Sportfachhandel mehr und Babolat verkauft Schläger und Schuhe und hat den Besaitungsservice aufgegeben. Die Schulung also auch. Es liegt jetzt an Ihnen und mir Ihren und allen Besaitern das Wissen zur Verfügung zu stellen. Jeder Schwarzbespanner sollte ein Besaiter werden.

Mit "IPDS by Xception" haben Sie also Ihr gesamtes Wissen über Schlägerbesaitung in ein Computerprogramm gepackt. War es das? Oder gibt es noch etwas, das Sie heute noch dazulernen können?
Ich werde und will immer dazulernen und freue mich über jede neue Entwicklung. Zur Zeit fällt es der Branche schwer, mich begeistern zu können. Ich begrüße es aber, dass die Racketindustrie nun meinen Forderungen endlich nachkommt und wieder zu den konventionellen Rackets zurückgeht. Ich hoffe, ich kann noch viel dazu lernen und so meine Dienstleistungen weiter verbessern.

Xception Besaitungsstation
Besaitungsautomat Xception

Haben Sie sich jemals mit anderen Besaitern ausgetauscht oder haben Sie sich Ihr ganzes Wissen in Eigenarbeit angeeignet?
Das Gespräch steht für mich immer im Vordergrund. Ich habe mich mit "Bespannern" und Besaitern ausgetauscht, mit Fachleuten wie Warren Bothworth und logischer Weise mit den Ingenieuren der Racketcompanies. Viel intensiver waren die Gespräche mit Physikern und ein ganz besonderes Erlebnis hatte ich mit Herrn Siegfried Kübler. Ich habe ihn privat am Bodensee besucht und als wir mit dem Kaffeetrinken fertig waren, ging uns das Papier aus und ohne auf die Tatsache zu achten, dass wir bereits auf seiner Tischdecke weiter Formeln und Skizzen malten, musste uns seine Frau darauf aufmerksam machen.

Gibt es bestimmte Schlägermodelle, die Sie weniger gerne besaiten?
Nein.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung auf dem Schlägermarkt?
Seit der Entwicklung des ersten wirklich steifen Rahmens durch den deutschen Ingenieur Siegfried Kübler 1983 und der damit danach abgeleiteten Gewichtsreduzierung der Rackets wurde immer öfter in die falsche Richtung entwickelt, produziert, angeboten und verkauft. Die Entwicklung von Kübler wurde seinerzeit von der Firma Wilson erworben und gelang so in die "Weltumlaufbahn" der Tennisszene. Selbst die heutigen Entwicklungen von Prince und Head beweisen meine folgenden Behauptungen und eine schrittweise Rückkehr zum konventionellen Racket mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten.
Eine enge Verbundenheit zwischen Racketindustrie und der Saitenindustrie ist seitdem entstanden. Da viele der Rackets unbespielbar waren, entwickelte die Saitenindustrie noch schlechtere Saiten, um die schon zu leichten und zu schnellen Rahmen überhaupt nutzen zu können. Ausnahmen guter Rackets bestätigen die Regel.
Spätestens jetzt sagen Sie, das kann doch nun wirklich nicht sein! Aber ich kann Ihnen versichern, dass ich aufgrund meiner Erfahrungen und Aufzeichnungen alles untermauern und Besserungen anbieten kann.
Der Tennis-Profi bezahlte die falschen Entwicklungen mit Gesundheitsrisiken bis hin zur Invalidität. Operationen bei Profis wie Agassi, Stich, Haas uvm. sind der öffentlichkeit bekannt. Viel schlimmer ist jedoch, dass aufgrund allgemein vorhandener Unwissenheit dem Nachwuchs jede Grundlage genommen wird, erfolgreich spielen zu können.
Die hier aufgezeigte negativen Entwicklung und die damit verbundenen Folgen habe ich der Industrie vor Jahren schon vorausgesagt. Aus diesen Gründen sollten wir Rackets, Saiten und Knowhow benutzen, die bespielbar sind, die physikalischen Gesetzmäßigkeiten entsprechen und die Spaß an diesem schönen Sport vermitteln. Man sollte aber aus den gemachten Fehlern lernen und nicht weiter unglücklichen Entwicklungen hinterherlaufen.
Racket und Saite sollten zu einer Synergie verschmelzen und Glaubwürdigkeit beim Spielen hervorrufen. Dann können wir durch ein vernünftiges Kundenbeziehungsmanagement den Kunden zufrieden stellen und für immer binden. Hier habe ich verschiedene Konzepte entwickelt.

Können Sie Beispiele nennen für Schlägermodelle, die Ihrer Meinung nach nicht spielbar sind bzw. nicht den von Ihnen angesprochenen physikalischen Gesetzmäßigkeiten entsprechen?
Ich möchte, wie schon vorher erwähnt, keine Rackets und Firmen an den Pranger stellen. Ich kann Ihnen aber die Rackets nennen, von denen ich überzeugt bin:

Wilson: nCode Team, Surge, Phantom (Beginner), ROK 102 (Oversize)
Head: Liquidmetal Fire
Völkl: Tour 9 V-Engine und Tour 10 V-Engine
Kübler: Easy Play 105

Hier empfehle ich das Reaktionsverhalten und die physikalischen Gesetzmäßigkeiten des Rahmens in Verbindung mit einem individuellen Racketmanagement und IPDS by Xception.

Haben Sie sich IPDS bzw. IPDS by Xception patentieren lassen?
Patent: Nein.
Schutzrechte für verschiedene Einzelheiten und Wortschutzrechte : Ja.

Was sind für Sie die wichtigsten Punkte, die man für eine optimale Besaitung berücksichtigen muß?
Schläger:
Hersteller, Modell, Länge, Gewicht, Balance und Kopfform, Anzahl und Länge der Längs- und Quersaiten

Spieler:
Wunsch der Besaitungshärte: elastisch, optimal, hart, letzter DT Wert, gewünschter DT Wert
Spielstärke: Beginner, Standard, Motiviert, Professionell
Schlagvariante: Regular/Mix, Top Spin, Slice

Wie definieren Sie "optimal" bei der Wahl der Besaitungshärte?
Schlägerhersteller und Modelle sind die wichtigsten Parameter. Hierhinter verstecken sich Spielbarkeit, Flexibilität und Form des Kopfes!
Optimal ist ein fertiges Saitenbett, wenn es 12 Stunden nach dem Besaiten im spielfertigen Zustand einen DT Wert zwischen 38 und 40 aufweisen kann. Gemessen an der 8. Quersaite von unten. Die Relaxation muss dann beendet sein!

Kann man mit IPDS aus einem für den Kunden unpassenden Schläger einen brauchbaren Schläger machen?
Absolut ja - bis zu einer gewissen Grenze.

2-Punkt-Fixierung der Xception Besaitungsstation
2-Punkt-Fixierung der Xception Besaitungsstation

Verfügt die Schlägerhalterung bei IPDS by Xception lediglich über zwei Fixierungspunkte?
Ja. Wie schon erwähnt habe ich Ingenieurwissenschaften studiert und eine 2-Punkt Halterung gebaut, die absolut allen Anforderungen entspricht und da bei IPDS by Xception jede Racketdeformation aufgrund der richtigen Verhältnisse zwischen Längs- und Querbesaitung (Inverseur) ausgeschlossen ist, ist dies die richtige Fixierung. Ich fixiere mit zwei Haltepunkten den Rahmen in der 6- und 12 Uhr Position und halte ihn an diesen Punkten mit einem Klemmmechanismus fest. So halte ich an zwei Punkten 60% des Rahmens und die anderen 40% braucht der Rahmen seine Freiheit, weil er in der 3- und 9 Uhr Position flexibel ist.
Sie sprechen übrigens in einem Ihrer Artikel auf Ihrer Homepage, je mehr Haltepunkte eine Besaitungsmaschine hat, desto besser sei sie. Das ist definitiv falsch!
Genauso wie zu jeder kommunizierten Besaitungshärte dazugehört, ob man mit oder ohne Inverseur arbeitet.

Haben Sie in einer Studie untersucht, ob Freizeitspieler den Unterschied zwischen einer herkömmlichen Besaitung und IPDS beim Spielen bemerken?
Nicht nur in einer Studie. An nun ca. 10 000 Rackets haben wir festgestellt, dass auch der Freizeitspieler den Unterschied feststellt und fordert.

Ich meinte eher eine kontrollierte Studie. Zum Beispiel ein Blindtest zweier Besaitungen im identischen Schlägermodell parallel an einer großen Zahl von Testpersonen. Haben Sie diese Art von Studien durchgeführt? Ansonsten ist der Spieler ja alleine durch die Tatsache beeinflusst, dass er weiß, dass er nun einen auf eine besondere Weise bespannten Schläger spielt.
Haben wir gemacht. Ein nicht nach meinem System bespannter Schläger ist Schwarzweißfernsehen - ein mit meinem System besaiteter Schläger ist HDTV Farbfernsehen. Diesen Unterschied sieht ja wohl ein jeder und noch viel intensiver spürt man den Unterschied beim Spielen.
Durchgeführt wurden diese Tests mit Freizeitspielern, Trainern, Hausfrauen, Turnierspielern, Profis, den Firmen Wilson und Völkl.
Der Sweetspot ist fast so groß wie das Saitenbett. Ziehen Sie den Racketkopf in einem Abstand von ca. 5 cm vom Rand nach innen nach und Sie haben den tatsächlichen Sweetspot. Das spürt ein jeder. Das Saitenbett hat keine undefinierte Relaxation und lässt sich stabil über einen langen Zeitraum spielen. Jede andere äußerung einen großen Sweetspot zu erhalten erübrigt sich damit.

Lassen heute außer Boris Becker noch weitere Profis mit IPDS bespannen?
Nein.

Hat es außer Boris Becker kein weiterer Profi ausprobiert?
Sehr viele andere Profis haben das System gespielt. Das Ausprobieren war 1990, danach wollte der Profi es. Guillermo Vilas, Jimmy Connors, Ivan Lendl, John und Patrick McEnroe, Michael Stich, Eric Jelen, Andre Agassi, Charly Steeb, Patrik Kühnen, Niki Pilic, alle Teilnehmer der ersten Gerry Weber Open 1993, Henry Leconte, Nikolas Kiefer, Steffi Graf, Gabriela Sabatini uvm.

Welche Entwicklung wünschen Sie sich auf dem Saitenmarkt?
Alle mögen die Elastizität einer Saite in den Vordergrund stellen und dann mit IPDS by Xception das beste Besaitungsergebnis erzielen. Weg mit drahtähnlichen und gesundheitsgefährdenden Materialien. Schluss mit Unwissenheit und Ignoranz.
Jeder kann ruhig seine vorhandene Besaitungsmaschine benutzen. Jeder sollte aber so viel Zivilcourage besitzen und vernünftige Ergebnisse erzielen wollen. Jeder Schläger muss aber mit einem Inverseur besaitet werden! Dann könnte die Eigenschaft der Saite auch voll ausgenutzt werden und jeder kann nach meiner Methode beginnen zu besaiten.

Sie halten nicht viel von (Co-)Polyestersaiten?
Polyestersaiten sollten absolut nicht verwendet werden. Sie werden vom plastischen nicht bespannten Zustand in einen plastischen gespannten Zustand versetzt und dadurch nicht besser. Absolut untauglich. Wenn Spieler diese Saiten wählen, sollten sie besser aufhören zu spielen. Sie beschneiden ihre Möglichkeiten um ein Vielfaches und können schon mal den Arzttermin bestellen. Total ungeeignet. Michael Schumacher fährt auch nicht mit viereckigen Reifen!!

Monofilamentsaiten sind mittlerweile ja sehr stark verbreitet, insbesondere bei jungen und hochklassigen Spielern. Wenn die Saiten wirklich so gesundheitsgefährdend sind, müsste die Hälfte aller Tennisspieler bereits einen kaputten Arm oder eine kaputte Schulter haben. Gibt es Statistiken, die diese Entwicklung bestätigen können?
Das ist richtig. Nicht selten kommen schon 13-15 Jährige mit Ihren Eltern zu mir und ich helfe denen dann. Von der ATP Rangliste 1-100 in den Jahren, in denen ich auf der Tour war, liefen 95% nach dem Training und dem Match mit Eisbeuteln auf Armen und Schultern rum. Wie schon erwähnt, schauen Sie sich die Krankenliste an. Das ist ja auch mein Ansatz: Es muss Schluss sein mit diesen gesundheitsgefährdenden Saiten und deren noch dazu falscher Verarbeitung. Wir brauchen hierfür keine Statistiken. Die Realität und die Erfolglosigkeit des deutschen Tennis ist die beste Statistik.
Warum spielen so viele Spieler so schlechte Saiten: Diese Saiten kosten in der Herstellung 0,5 Cent pro Set. Die Vertreiber verschenken tausende dieser Sets. In jungen Jahren finden es die Spieler toll, weil sie schon einen Saitenvertrag haben, dann kommen sie nicht mehr davon los. Das tote Material ist kontrollierbar, man kann aber keine Spiele damit entscheiden, wenn der andere gegenüber einen anderen Trumpf besitzt. Racket und Saite sind nicht "threatend" (=gefährlich=gewinnbringend=Aufprallpunkt des Balles 10 cm im Feld vor der Grundlinie).
Ich habe selber heute mit Markus Zoecke das beste Beispiel vor mir. Er spielte Wilson Profile mit Polystar. Er ist 2,10m groß und hätte allein mit seinem ersten Aufschlag jedes Match entscheiden können. Er hat 1994 auf mein Drängen zu einem Wilson Ultra 2 PWS mit einer guten elastischen Kunstsaite gewechselt. Er hat fantastisch trainiert und gespielt. Er hat im Training beim Davis Cup Michael Stich vernichtend geschlagen. Geht in ein Match nach dem Davis Cup, verliert das erste Match und die Saite und der Schläger war Schuld. Er hat wieder seinen Pofile mit Polystar weitergespielt und hat es nie zu ATP Siegen (bis auf einen) gebracht. Ich wiederhole mich: Das tote Material ist kontrollierbar, man kann aber keine Spiele damit entscheiden, wenn der andere gegenüber einen andern Trumpf besitzt. Racket und Saite sind nicht "threatend".
Heute haben wir einen für den Davis Cup nominierten, der vorher Polystar gespielt hat, heute so glaube ich auf Grund eines anderen Logos eine andere schlechte Saite mit falscher Besaitungsmethode und kommt auch selten zu großen Erfolgen.
Über die umfassende Antwort auf diese, in meinen Augen die wichtigste Frage Ihrerseits, könnte ich Ihnen ein Buch schreiben.

Bisher haben Sie zu IPDS ja noch keine Anleitung veröffentlicht. Wie kann die Masse der Besaiter auf den eigenen Maschinen also Ihr System anwenden?
Ich werde in Kürze auf meiner Homepage Möglichkeiten aufzeigen. Vielleicht können wir auch über eine Kooperation nachdenken. Ein kurzfristiges Ziel wird es sein, Berechnungen auf meiner Homepage für Mitglieder anzubieten, um einzelne Rackets berechnen lassen zu können. Aber ein Inverseur gehört zu der Verarbeitung dazu.

Fast alle Profibespanner weltweit, egal ob in Wimbledon oder Roland Garros, verwenden keinen Inverseur. Machen diese Bespanner also ihren Job nicht richtig? Warum wird kaum ein Inverseur verwendet?
Unwissenheit schütz nicht vor Fehlern. Sie könnten einen viel besseren Job machen.
Wenn ich mit Inverseur arbeite, muss ich alle Werte berechnen. Vielleicht können viele nicht rechnen. Ich werde diese Lücke bald schließen, indem ich die Berechnung zur Verfügung stelle.
Wer sind diese Leute, die den Service anbieten. Nehmen wir ein Beispiel aus unserem Land: Pacific zahlt dafür, dass sie die Davis Cup Mannschaft betreuen dürfen. Service kostet Geld und Pacific müsste dafür Geld erhalten. Warum ist es so? Ich weiß es.
Bespanner dürfen sich rühmen, wenn sie in Wimbledon bespannen und erhalten als Lohn ein Bild mit den Stars und einen warmen Händedruck. Wer könnte also für das richtige Besaiten sorgen, nur die Racketfirmen. Denen ist aber auch alles völlig egal. Die ersten 3 (Federer, Agassi, ein Spanier) bekommen Geld, dass sie die Rackets spielen. Die anderen bekommen die Rackets. Kümmern tut sich keiner um die Leute. Selbst ein Pete Sampras kam zu mir während der US Open und bat mich, ihm bei seinen nächsten Rackets zu helfen. Nach Rücksprache mit Boris Becker habe ich das dann auch gerne getan. Trotzdem hat er zum Schluss wieder eine Kombination gespielt, die man hätte viel, viel besser machen können. Er war aber zu genial, als dass es ihm geschadet hätte.
Als positives Beispiel möchte ich Federer anführen. Ich kann am TV verfolgen wie gut oder schlecht die Rackets sind! Bei Federer habe ich jetzt bei den US Open zu mir im Stillen gesagt: Der erste Schläger seit Jahren, bei dem ich aus der Ferne nichts auszusetzen hätte!
Ich komme zurück auf Ihre Bremsen. Würden Sie Ihre Bremsen von einem Bastler erneuern lassen oder gehen Sie in die autorisierte Werkstatt? Bespannt wird ohne Inverseur, weil es die Leute nicht besser wissen und auch nicht wissen wollen. Ihre Bremsen erfordern aber einen autorisierten Fachmann, weil sonst waren es Ihre letzten Bremsen. Ein falsch bespannter Tennisschläger führt nicht direkt zu einem Unfall.
Die Bespanner wissen ja sowieso nicht, was sie da machen. Warum falsch bespannte Rackets aber trotzdem noch bespielbar sein können, kann ich Ihnen aber auch gerne beweisen. Der Spieler sagt 26/26, der Bespanner macht 26/26, wie von Ihnen erwähnt, geht er viermal ans Telefon, nimmt noch 3 Rackets an, gibt zwei aus und dann überprüft er sein Ergebnis auch nicht. Jeder Spieler braucht so bei jedem Turnier erst einmal 3-5 Bespannungen, bis er seine Härte gefunden hat.
Zwischen mir und meinen Kunden wird der Ziel DT Wert kommuniziert und der erste Schläger passt.
Wir sollten diese Thematik mal live in einer kompetenten Talkrunde diskutieren.

Was ist die wichtigste Erfahrung, die Sie in Ihrer Karriere als Profibesaiter gemacht haben?
Der Besaitung wird absolut nicht der Stellenwert eingeräumt, den sie innehaben müsste. Wir brauchen, wie in der Formel 1, einen neuen noch nie dagewesenen Standard, einen "Tennisrennstall" der Technik für Tennisspieler. Ich werde in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass es so etwas geben wird. Die Industrie und die Geschäfte sind an ihrem Tiefpunkt angekommen. Jetzt müssen alle begreifen, dass wir neue Formate brauchen, um Tennis wieder nach vorne zu bringen. Die Nachfrage ist vorhanden und steigt. Einen nächsten deutschen Davis Cup Erfolg wird es in den nächsten 5 Jahren nicht geben.
Wir müssen uns von dem Irrtum trennen, dass immer Andere etwas tun müssen, um dann selber Profit zu erzielen. Jetzt heißt es, jeder sollte mit anpacken. Jeder sollte für seinen Erfolg verantwortlich sein.
Die wichtigste Erfahrung: Dass ein Racket in Australien ein anderes Gewicht hat als in München und damit andere Spieleigenschaften, und dass man nie genug weiß. Man kann immer eine Sache optimieren und noch besser machen.
Ein guter Tennisschläger ist nur so gut wie seine Besaitung. Aus diesem Grund habe ich meine Besaitungstechnologie IPDS by Xception entwickelt, denn nur mit dieser Technologie ist es gewährleistet, dass ein Racket sehr gut und individuell für jeden Tennisspieler vorbereitet werden kann.
Ich erlebe es in den letzten zwei Jahren in der Praxis, dass ich die oben beschriebenen schlechten Rackets mit meiner Besaitungsmethode IPDS by Xception zum Leben erwecke. Kunden kommen nach den ersten Stunden zurück und bedanken sich, dass sie Ihren Erfolg, Spaß und Freude mit diesem Racket wieder gefunden haben. Erkrankungen, wie z.B. der Tennisarm gehören der Vergangenheit an. Trainer, auf der Suche nach dem richtigen Racket, stellen ebenfalls fest, dass eine sehr gute Besaitung schon ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist. Dieser Erfolg zeigt mir, dass ich mit meinen Behauptungen richtig liege. Die Schlussfolgerung liegt doch hiermit klar auf der Hand: Tennis macht wieder Spaß, mit guten Rackets, elastischen Saiten und einer optimalen Besaitungstechnologie: IPDS by Xception.

Vielen herzlichen Dank Herr Kühnel für die ausführlichen Antworten und weiterhin viel Erfolg!

Das Interview wurde geführt von Jens Barthelmes.